Initiator
gefördert vom
Bündnis für Familie
Oberbergischer Kreis
Ein Standort, der sich für Familien und Unternehmen lohnt.

Assistenz für junge Schwangere
Die „Assistenz für junge Schwangere“ entstand im Januar dieses Jahres und ist das Ergebnis der konstruktiven Z
usammenarbeit der Freiwilligenbörse Oberberg, des Oberbergischen Kreises und der AWO Oberberg. Seitens der Beratungsstelle für Familienplanung und Schwangerschaftskonflikte der AWO war der dringende Bedarf für die intensivere Einzelbetreuung werdender Mütter artikuliert worden. über die einzelnen Beratungen hinaus, war vielfach eine längerfristige Begleitung der jungen Frauen erforderlich, die von den behördlichen und kirchlichen Trägern nicht geleistet werden konnte. Lisa Schumacher, Koordinatorin der Freiwilligenbörse Gummersbach und Teil des Netzwerkes „Weitblick-gemeinsam in Oberberg“, startete einen Aufruf, in dem engagierte Freiwillige gesucht wurden, um „Patenschaften“ für junge Schwangere zu übernehmen.
„Die Fähigkeiten sind vorhanden, sie müssen nur vernetzt werden. Gerade die Teamarbeit macht uns stark“, beschreibt die rührige 59-jährige ihr zentrales Anliegen. So entstanden zwei Gruppen von je acht Frauen aus dem gesamten Kreisgebiet, die sich einmal monatlich in Wiehl und Bergneustadt zum Gesprächsaustausch treffen. Hier werden Fallbeispiele diskutiert oder konkrete Hilfeleistungen erörtert, wobei die fachliche Beratung von hauptamtlichen Mitarbeitern der AWO, der Beratungsstelle des Kreises, der Caritas und dem Verein „donum vitae“ geleistet wird. Diese stellen auf Wunsch auch den direkten Kontakt zwischen den hilfebedürftigen Frauen und der „Assistentez-Gruppe“ her. Anschließend entscheiden der Zeitumfang der Betreuung, die Entfernung und die passende „Chemie“, welche der Frauen tätig wird.
„Junge, werdende Mütter wohnen oft noch zu hause. Deren Eltern fällt es oft schwer, die Kontrolle abzugeben, was automatisch zu Konflikten führt“, weiß Jutta Hofsommer aus ihrer Praxis zu berichten. Sharon Meyen-Southard ist einer jungen Frau behilflich, die im März entbindet und gerade mit ihrem Freund zusammengezogen ist. Begleitung bei Behördengängen und die Finanzberatung beim knappen Familienbudget sind, neben der Aufrechterhaltung des Kontaktes, einige ihrer Aufgaben. Außer dieser direkten Unterstützung haben Martina Schmidt und Christel Vigas das „Café together“ in Hermesdorf ins Leben gerufen, das ein offenes Angebot für junge Schwangere und Mütter darstellt.
An jedem dritten Samstag im Monat kann man beim Frühstück von 10 bis 12 Uhr, im Familienzentrum „pontium pro“ mit Frauen in der gleichen Lebenssituation Kontakte knüpfen, Fragen zu Schwangerschaft und finanziellen Hilfen klären oder einfach mal ausspannen. Für den Raum Bergneustadt findet dieses (unentgeldliche) Frühstückstreffen am jedem ersten Samstag des Monats, von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr, im Quellenweg 22, statt. „Ein wesentliches Problem sind die weiten Distanzen im Oberbergischen“, erklärt Lisa Schumacher, warum sie froh darüber ist, Frauen aus Morsbach, Waldbröl, Bergneustadt, Wiehl und Engelskirchen als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen gewonnen zu haben. Begeistert ist sie vom Ideenreichtum, der Sensibilität und dem Einfühlungsvermögen ihrer „Assistentinnen“. Auf die Frage, nach der Intention für das zeitaufwändige und manchmal nervenaufreibende Engagement fallen die Antworten unterschiedlich aus.
Die Bergneustädterin Katharina Funke hält es seit ihrer Jugend für selbstverständlich, sich ehrenamtlich zu betätigen. „Man nimmt im Umfeld Handlungsbedarf wahr und bemerkt an sich selbst Fähigkeiten“, erläutert Christine Seefeld. „Ich wäre gern Großmutter, deshalb investiere ich meine Energie und mein Gefühl gern für andere Menschen“, räumt Jutta Hofsommer freimütig ein. Die liebenswerte Neigung zu helfen, hält Lisa Schumacher für eine charakteristisch, weibliche Eigenschaft: „Ist es nicht typisch „Frau“, sich gesellschaftlich zu engagieren“?
Quelle: Anzeigenecho


